Am 18. Mai fand im Eppelbruch bei Eberswalde „Klangraum Moor“ statt – ein experimentelles Naturerfahrungsformat zwischen Klangreise, Landschaftswahrnehmung und gemeinsamer Stille.
Mit einer Gruppe von etwa zwölf Menschen verbrachten wir zunächst einige Zeit schweigend im Moor. Anschließend führte uns eine Meditation durch die über 10.000-jährige Geschichte des Eppelbruchs – von den Kältesteppen zur Zeit der Mammuts über die Veränderungen durch den Menschen bis hin zu den Herausforderungen unserer Gegenwart. Das Moor sollte dabei als ein Ort zwischen Zerstörung und Neuanfang erfahrbar werden.
Gerade durch die Nähe zur Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde beschäftigt uns eine Frage immer wieder: Wie können wir Landschaft nicht nur wissenschaftlich analysieren, sondern auch wieder in Beziehung zu ihr treten? Im Naturschutz betrachten wir Landschaft oft sehr funktional. Gleichzeitig wächst bei vielen Menschen die Sehnsucht nach Erfahrungen, die Verbundenheit, Verantwortung und Wahrnehmung stärken.
Nach der Meditation trafen wir uns mitten auf der Moorfläche zu einer instrumentalen Klangreise. Teilnehmende erzählten davon, wie sich mit dem Licht der Nachmittagssonne plötzlich auch der Geruch des Moores veränderte, wie intensiv gemeinsames Schweigen sein kann oder wie Vogelstimmen, Wind und Musik zu einer Einheit wurden. Das Moor erschien dabei nicht nur als schützenswerter Lebensraum, sondern als lebendiger Ort mit eigener Geschichte und Atmosphäre.
Besonders schön war, dass sich heute bereits erste Erfolge der ehrenamtlichen Pflege durch den Alnus e.V. zeigen: Wollgras blüht vermehrt wieder, Torfmoose wachsen nach und kleinere vernässte Bereiche kehren zurück.
Für uns war „Klangraum Moor“ ein erster Versuch, einen Raum zu schaffen, in dem Natur nicht nur erklärt wird, sondern zusammen erlebt werden kann.


