Wasser in den Kessel
Mit dem Rückzug der Gletscher nach der letzten Eiszeit vor 12.000 Jahren sind vielerorts Kesselmoore entstanden: Senken, die noch längere Zeit Eisblöcke beherbergten und dann mit Wasser getränkt blieben, so dass sich zwar Vegetation entwickeln konnte, aber abgestorbene Pflanzenteile nicht kompostierten, sondern zu Torf wurden. Eine solche Torfschicht wächst etwa einen Millimeter pro Jahr.
Mit dem Absinken des Grundwasserspiegels seit einigen Jahrzehnten fällt das Eppelbruch wie viele andere Feuchtgebiete der Region trocken, und die Torfschicht mineralisiert, und zwar wesentlich schneller, als sie gewachsen ist. Dadurch entsteht ein Teufelskreis: die typische Moorvegetation verschwindet, und es siedeln sich Bäume wie Birken und Kiefern an, die dem Moor durch Verdunstung über ihre Blätter zusätzlich Wasser entziehen. Trotzdem gedeihen hier immer noch typische Moorpflanzen wie Wollgras, Torfmoose und Moosbeeren.
Moore, deren Wasserspiegel durch künstliche Entwässerung abgesunken ist – häufig in der Nähe landwirtschaftlicher Flächen oder im genutzten Forst zu finden – kann man relativ einfach renaturieren, indem man die Entwässerungsgräben zuschüttet. Das ist beim Eppelbruch nicht möglich. Es leidet nicht unter künstlicher Entwässerung, sondern unter dem insgesamt zu niedrigen Wasserangebot und den hier unpassenden Bäumen. Da wir kein Wasser ins Moor leiten können, ist der einzige Ansatzpunkt für eine Renaturierung die Vegetation.
Um das Moor zu retten, haben wir deshalb in Zusammenarbeit mit dem Landesumweltamt, dem Forstbetrieb Chorin und der Stadt Eberswalde ein Renaturierungskonzept entwickelt, dessen Ziel es ist, etwa 90% der Bäume und Sträucher zu entfernen. Dank der Förderung über Vertragsnaturschutzmittel des Landes können wir diese Pflegemaßnahmen seit 2023 umsetzen.
Fakten zum Eppelbruch
- Standort: 8 km südlich von Eberswalde
- Fläche: 1,33 ha
- Tiefe: 7,30 m
- Schutzstatus: Teil verschiedener Schutzgebiete
- Speichervermögen: 4.270 Tonnen CO2 im Torf
- Bedeutung: Wichtiger Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für seltene Arten
- Typische Pflanzen: Wollgras, Torfmoose, Moosbeeren
- Bedrohungen: Wassermangel, Baumwachstum (Birken, Kiefern), heiße Sommer
Pflegemaßnahmen: Entkusselung der Moorfläche (90 % der Gehölze sollen entfernt werden)
